FARO. Flämisches Interface für Kulturerbe e.V.

FARO
FARO. Flämisches Interface für Kulturerbe e.V. ist das Interface für den Kulturbereich des bewegenden und des immateriellen Kulturerbes und wird von der Flämischen Regierung bezuschusst. Der Kulturminister ist für die Politik bezüglich des Kulturerbes zuständig. Der Auftrag des Interface wird im Kulturerbedekret (2008) beschrieben und wird politisch und behördlich von der Agentschaft für die Künste und das Kulturerbe des Flämischen Ministeriums für Kultur, Jugend, Sport und Medien begutachtet.

Das Flämische Kulturerbedekret aus 2008 baut auf die Muster und die Einsichten der am 27. Oktober 2005 in Faro verabschiedeten Rahmenkonvention des Europarates über den Wert des Kulturerbes für die Gesellschaft (SEV Nr. 199) weiter. Der Begriff ‘Kulturerbegemeinschaften’ steht dabei an zentraler Stelle. Wobei eine solche Gemeinschaft besteht aus Organisationen und Personen, die dem Kulturerbe oder bestimmte seiner Teilaspekte besonderen Wert beimessen und die es für wünschenswert halten, um das Kulturerbe oder bestimmte seiner Teilaspekte mittels Publikumsorientierte Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit zu erhalten und an zukünftigen Generationen zu vermitteln.” (Artikel 2 des Dekrets). Es ist einer der Hauptaufgaben des neuen Interface, um diese Konzeption der Kulturerbegemeinschaft, sowie sonstige Kraftlinien, Arbeitsthemen und Ideen des Faro-Rahmenabkommens in Flandern weiter zu entwickeln, zu übersetzen und in Kraft treten zu lassen.

FARO wurde im Gebäude De Priem, in der Brüsseler Stadtmitte, untergebracht.

Der Name ‘FARO’
Das Wort ‘Faro’ bedeutet in verschiedenen Sprachen (Spanisch, Italienisch, Portugiesisch) ‘Leuchtturm’. Es referiert selbstverständlich an Pharos, die Insel, die früher vor der Ägyptischen Küste lag und wo eines der sieben antiken Weltwunder zu finden war, der gleichnamige Leuchtturm. Als Metapher weist es auf einige Aspekte hin von demjenigen, das ein Interface kann sein: ein vertrauter Referenzpunkt, der dabei helfen kann, um die Küstenlinie anzuzeigen. Es ist ein mächtiges Symbol für Wachsamkeit und Sorgsamkeit, eine Bake auf der Menschen, Behörden, Organisationen und Institutionen vertrauen können. Es symbolisiert auch die Konzeption eines Organisationsnetzes.

Hinter dem Leuchtturm Pharos lag Alexandrien, wo das M(o)useion, der Tempel der Musen, errichtet worden war (aus dem das Wort Museum hergeleitet ist). Dort befand sich auch die grosse Bibliothek von Alexandrien.

FAROs Hauptaufgaben
Das Interface ist dazu da, um Organisationen und Vereine im Bereich des Kulturerbes zu unterstützen und ihre Tätigkeiten im Rahmen des neuen Kulturerbedekrets zu fördern. Das Hauptziel besteht darin, die Zielsetzungen des Kulturerbedekrets gemeinsam zu verwirklichen, nähmlich:

  1. eine Kulturerbepolitik zu führen, die ein integriertes Verfahren als Ausgangspunkt nimmt für die qualitätsvolle und dauerhafte Sorge für und das Erschliessen des Kulturerbes;
  2. ein Netz von Kulturerbeorganisationen zu Stande zu bringen, um den gesellschaftlichen Umgang mit dem Kulturerbe zu kultivieren, darzustellen, zur Erkenntnis zu bringen und wertzuhalten;
  3. die verschiedenen Kulturerbepraktiken weiter zu entwickeln; die Museumskunde, die Archivwissenschaft und die zeitgenössische Dokumentarverwaltung, die Informations- und Bibliothekwissenschaft und die Ethnologie zu stimulieren;
  4. mit dafür einstehen, dass innerhalb der Kulturerbepolitik der Interkulturalität die passende Aufmerksamkeit gewidmet wird. (Art. 3§1 des Kulturerbedekrets).

Das Kulturerbedekret beschreibt den Hauptauftrag des Interface weiter als einen Aufgabenkomplex in Sachen der Praxisunterstützung, der Praxisentwicklung, der Darstellung und der Kommunikation.

Das Interface setzt seine unterschiedlichen dekretalen Aufgaben in einen Arbeitsplan, der alle fünf Jahre bei der Behörde eingereicht wird, um. Dieser Arbeitsplan ist die Grundlage für das Verwaltungsabkommen, das die flämische Behörde mit dem Interface schliesst, und für den gewährten Zuschuss. Alljährlich macht das Interface auch einen Ausführungsplan.